Whatever we wear, wherever we go …

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Zwei Tage SlutWalk vorbei. Ist zwei Tage Leere.  Ist wie nach dem Gendercamp. Fehl am Platz sein. Nicht schlafen können. Eine Welt aus dem Fischglas betrachten. Eine unwirkliche Welt.

Die Organisation hat Spaß gemacht. Nicht immer, aber kurz vor dem Ende wieder sehr. Die Demo verlief gut. Gutes Feedback. Einige kritische Stimmen, aber das geht schon.

Ich lese die Notizen, die ich mir kurz danach, schon wieder in Erklärungsdiskussionen verstrickt, gemacht habe. »Kraftlos« – steht da. Und »Viele tolle Menschen, aber leider auch gemeinsames Wegschauen« – denn irgendwie hab ich mich gut, aber nicht stark gefühlt während der Demo. Nicht stark genug um mich immer direkt zu wehren, gegen Blicke und dumme Sprüche. Und zur Hölle, das ärgert mich! Und dann auch gleich wieder diskutieren müssen. Standpunkte erläutern. So währenddessen und direkt danach.

Und langsam dämmert mir warum ich seit Samstag so müde und irgendwie traurig bin.

SlutWalk vorbereiten ist: mit Menschen, die zumindest in diesem Punkt ähnliches wollen, diskutieren, überlegen, planen. Es ist Artikel von Feminist_innen lesen, die sich aus feministischen Perspektiven mit dem Sinn und Unsinn von SlutWalks beschäftigen. Es ist Bewegung.

SlutWalk laufen ist: endlich fertig sein mit planen, basteln, organisieren. Es ist: Leute sehen, die gekommen sind. Sich freuen, dass es immer mehr werden. Sich freuen über so viele verschiedenen Menschen. Es ist auch: ein paar Macker ignorieren und ein  paar von ihnen die Flyer vor die Nase knallen. Es ist sich tragen lassen.

Nach dem SlutWalk ist aber: merken, dass da noch so viel scheiß Welt übrig ist. Nach dem SlutWalk kommt der tägliche SlutWalk und der findet leider nicht mit 200-3000 tollen Menschen statt. Nach dem SlutWalk ist weiterkämpfen.

Und! Nach dem SlutWalk ist: sich wünschen, dass noch ganz viele SlutWalks kommen. Erst in anderen Städten und dann wieder hier. So lange, bis keine_r mehr einen täglichen SlutWalk laufen muss.