Frauenfußball? – aber bitte nur mit Sexappeal

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Bei Zapp kam diese Woche ein sehr interessanter Beitrag zu der immernoch geringen Beachtung von Frauenfußball in der breiten Öffentlichkeit und den Versuchen des DFB, insbesondere in Hinblick auf die WM in diesem Jahr, den Frauenfußball populärer zu machen. Nun ist gegen Letzters wirklich nichts einzuwenden, gegen die verwendeten Mittel spricht dagegen umso mehr. Denn einfache Werbung für tollen Sport reicht leider auch beim Frauenfußball nicht aus. Daniela Schaaf im Interview mit Zapp:

Man kann feststellen, dass für Sportlerinnen es nicht ausreicht, einfach nur (…) sportlich erfolgreich zu sein, so wie bei den Männern, sondern sie müssen immer einen sogenannten Zusatznutzen, einen Mehrwert anbieten.

Worin dieser Mehrwert liegt, wird mit einem Blick auf aktuelle Werbekampagnen etwa der von Nike oder Expert schnell deutlich. „Mode, MakeUp und Glamour“ sind die werbewirksamen Attribute, denen sich die Sportlerinnen, natürlich für den guten Zweck der besseren Vermarktung ihres Sports, bedienen sollen.

Nicht, dass ihre männlichen Fußballerkollegen keine Werbung machen würden. Auch Pflegeprodukte sind bekanntermaßen im Repertoir. Aber bei ihnen steht der sportliche Aspekt im Mittelpunkt, nicht der Körper oder der Kleidungsstil. Alle im Trikot – fertig.

Bei den Sportlerinnen reicht das nicht. Wer schaut schon Frauenfußball, wenn die Frauen da nicht wenigstens Sexy sind? Mit dem Slogan der WM „2011 von seiner schönsten Seite“, bei dem leider mehr mitschwingt als nur die Schöhnheit des Spiels, oder der WM-Barbie, schwimmt auch der DFB auf der Sexualisierungswelle mit. Sex Sells. Und aus Angst davor, dass sich Frauenfußball sonst gar nicht verkauft, wird lieber auf ätzende Stereotype zurückgegriffen, als den Sportlerinnen eine faire Chance zu geben, sich mit dem zu behaupten was sie eigentlich können: Fußball spielen.

Der Beitrag von Zapp kann in der Mediathek des NDR oder auf den nachfolgend verlinkten Seiten angesehen werden. Aus lizenrechtlichen Gründen leider ohne Spielausschnitte.

2 Kommentare

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  2. Der Fehler bei den Machern dieser Frauen Fussball WM war, dass sie glaubten, Frauen würden sich mehr für das Spiel Fussball interessieren, wenn es Frauen spielen. Freilich haben jetzt mehr Frauen zugesehen, aber im Alltagstrott wird doch jetzt keine Frau, die sich vor der WM nicht für Fussball interessiert hat, plötzlich zu Spielen der Frauen-Bundesliga gehen.

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